A digital mapping of traditional jobs in Europe

eine Dokumentation zu traditionellen Berufen in Europa und Entwicklung europäischer Module zur Berufsfelderkundung

"Wir schätzen, dass wir in Deutschland 1,6 Millionen Stellen nicht besetzen können", so Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), wenn er in Interviews über die aktuellen fatalen Folgen des Fachkräftemangels für deutsche Betriebe spricht. Nicht nur in Deutschland sondern europaweit gelten diese Prognosen und sie sind besorgniserregend. Da diese aktuell angespannte Situation auf dem Arbeitsmarkt schwerwiegende ökonomische und sozialpolitische Folgen hat, wie Fachkräftemangel, unterbesetzte Stellen im Handwerk, in der Industrie und im sozialen Bereich in Industrienationen wie Deutschland, leiden immer europäische Länder mit geringer Wirtschaftskraft darunter, dass mehr junge Menschen ihren Heimatort verlassen, weil sie dort keine Perspektiven für sich erkennen. Daher haben wir uns mit Blick auf die beruflichen Zukunftsperspektiven unserer Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit unseren Partnerschulen dazu entschieden, mit einem langfristig angelegten Projekt dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, indem wir SuS für verschiedene Berufe sensibilisieren möchten. Wir möchten auch ein Zeichen gegen das Aussterben und Vergessen tradierter Berufe setzen und auf der Basis innovativer technischer Errungenschaften über deren Zukunft in Europa nachdenken. Ziel unseres Projekts ist es, eine digitale Dokumentation zur Situation traditioneller, handwerklicher Berufe in Europa zu erstellen. Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler in den jeweiligen Partnerländern typische Handwerksberufe und die damit verbundenen speziellen Techniken erkunden, indem sie nicht nur ihre Historie und ihre aktuelle Bedeutung auf dem Arbeitsmarkt erforschen, sondern auch über Zukunftsperspektiven dieser Berufe in einer digitalisierten Arbeitswelt nachdenken. Um die regional unterschiedlichen, tradierten Berufe in den jeweiligen Partnerländern zu erfassen, werden wir im gesamten Projektverlauf mit Geocaching tradierte Berufe kartographieren. Dabei legt jedes Partnerland für die jeweiligen Meetings eine Art „Berufswanderweg" an, indem die SuS an die für die jeweiligen Berufe wichtigen Stellen (Produktionsstätten, Werkstätten, Museen zur Berufskunde) in einem Kästchen mit mehrsprachigem Logbuch Informationen für die SuS der Partnerländer positionieren. Diese sollen sich dann in einer motivierenden „Schatzsuche" auf die Spuren der jeweiligen traditionellen Berufe in einem Land begeben. Auf diese Weise erhält man alle wichtigen Informationen zu den erkundeten Berufen und Produktionstechniken und erfährt dabei zeitgleich landestypische, historische, geographische, soziale, kausale und traditionelle Fakten auf dem Hintergrund der Standortfaktoren. Diese Ergebnisse sind nicht nur für unsere Schülerinnen und Schüler relevant, sondern werden über Geocaching einer weltweiten Community zur Verfügung gestellt."